Wenn das Licht stimmt — Sommershooting mit Diana am Ausee

Es gibt Locations, die man nicht plant. Man landet einfach dort, schaut sich um — und versteht nach fünf Minuten, warum man wiederkommen wird.

Der Ausee bei Schwandorf ist so eine. Kein Hotspot, kein überlaufener Fotospot, nichts, das man in irgendeiner „Top 10 Locations Oberpfalz"-Liste finden würde. Ein stiller Baggersee, umgeben von Kiefernwald, Schilf und sandigem Ufer. Und genau deshalb funktioniert er: Wer bereit ist, ein bisschen zu suchen, findet dort auf engem Raum erstaunlich viel — offene Wasserfläche, dramatischen Gegenlicht-Wald, sandige Wege, einen natürlichen Baumtunnel. Vier verschiedene Bildwelten, keine fünf Minuten voneinander entfernt.

Mit Diana (@dianas.place_) war ich schon mehrmals unterwegs. Wir kennen uns, wir kennen gegenseitig den Rhythmus — und das macht einen Unterschied. Für diesen Nachmittag hatten wir bewusst keinen aufwändigen Plan: drei Outfits, spätnachmittags, das Licht nehmen wie es kommt. Was daraus entstanden ist, hat mich ehrlich überrascht.

Leicht, luftig, Gegenlicht — der weiße Blumenrock am Seeufer

Das erste Outfit ist Sommer in seiner klarsten Form: ein weißes Off-Shoulder-Crop-Top mit zarten Trägern, ein ausladender Chiffon-Midi-Rock mit Pastell-Blumenprint, ein schmaler brauner Ledergürtel als einziger Akzent. Dazu Riemchen-Sandalen. Der Look hat diese Leichtigkeit, bei der man gar nicht viel erklären muss — er funktioniert einfach.

Den Einstieg haben wir am Seeufer gemacht, mit dem noch relativ hohen Nachmittagslicht. Das Wasser ruhig im Hintergrund, der blaue Himmel darüber, Diana dreht sich über die Schulter — die ersten Bilder sitzen meistens dann, wenn man sie nicht erzwingt. Wir haben langsam angefangen: ruhige Standposen, Dreiviertelansicht, Blick über die Schulter. Den Rhythmus reinkriegen, ankommen.

Der eigentliche Moment kam später, als wir in den Wald gewechselt sind. Die Sonne stand tiefer, das Gegenlicht durch die Kiefernstämme wurde stärker — und irgendwann passiert in solchen Situationen etwas, das man nicht planen kann: Der weiße Rock fängt an, im Gegenlicht fast von innen heraus zu leuchten. Das Haar bekommt diesen goldenen Saum. Die ganze Szene kippt von „schönes Sommerfoto" in etwas, das sich größer anfühlt.

Wir haben dann mit der Distanz gespielt — mal nah, mal weiter hinten, mal leicht von der Seite gegen das Licht. Die Ganzkörperaufnahmen aus dieser Phase gehören zu meinen Lieblingen des Tages. Diana hat dabei diese ruhige, fast schwebende Präsenz, die in Gegenlicht-Situationen besonders gut funktioniert. Kein Zuviel. Einfach da.

Denim, Spitze und ein Hut — der Look, der am meisten überrascht hat

Wenn Outfit 1 Leichtigkeit hatte, hat Outfit 2 Charakter.

Die Kombination ist auf dem Papier ungewöhnlich: eine ärmellose Denim-Crop-Weste mit Frontreißverschluss und aufgesetzten Brusttaschen, dazu ein voluminöser weißer Tüll- und Spitzenrock mit asymmetrischem Saum, ein cremefarbener Gürtel mit goldenem Schnallendetail, weiße Ankle-Boots. Und als Abschluss ein breiter beigefarbener Filzhut. Boho trifft Western — und die Spannung zwischen diesen Elementen ist genau das, was einen Look interessant macht.

Das Rauhe und Strukturierte oben, das Verspielte und Feminine unten. Der Hut gibt dem Ganzen Rahmen und Haltung. Das ist kein Look, der sich erklärt — der zeigt sich einfach, und man versteht sofort, was gemeint ist.

Für dieses Set haben wir drei verschiedene Spots genutzt, und der Unterschied zwischen ihnen war dieses Mal besonders groß. Zuerst den sandigen Waldrand, wo das seitliche Licht Diana weich in das Grün des Hintergrunds eingebettet hat. Dann tiefer rein in den Kiefernwald — und dort wurde das Gegenlicht auf einmal sehr stark. Die Sonne direkt hinter den Stämmen, Lichtstrahlen durch die Kronen, der weiße Spitzenrock leuchtend aus der Dunkelheit der Bäume. Der Hut hat in diesen Aufnahmen die beste Rolle gespielt: Dianas Hand am Rand, manchmal festgehalten, manchmal leicht gelöst — ein einfacher Anker, der Arme und Ausdruck gleichzeitig beschäftigt.

Am Seeufer hat sich die Stimmung dann nochmal komplett verändert. Kühleres, gedämpfteres Licht, das ruhige Wasser als breiter Hintergrund, der Abendhimmel schon in diesem blassen, fast pastelligen Blau. Die Totalen dort haben eine Ruhe, die sich von den Waldbildern deutlich unterscheidet — zwei Welten, ein einziges Outfit.

Das rosa Kleid und das Licht kurz vor Sonnenuntergang

Das letzte Set hat die ruhigste Energie und die stärkste Lichtstimmung des gesamten Tages.

Das Kleid sagt von Anfang an alles: ein zartrosa Midi-Kleid mit großem Rosenprint in Rosa und Grün, Wickelschnitt mit V-Ausschnitt, Rüschen an den Ärmeln, gerafftem Rock. Feminin, weich, romantisch — ohne ein einziges lautes Element. Dazu cremefarbene Ankle-Strap-Pumps und eine zarte Perlenkette. Kein Hut, kein Gürtel, keine Ablenkung. Das Kleid trägt sich alleine — und es braucht nichts anderes.

Den Einstieg haben wir wieder am Seeufer gemacht, und das Licht hatte zu diesem Zeitpunkt seinen Hochpunkt erreicht. Warmes, goldenes Abendlicht, direkt auf Diana, das Haar fast glühend in diesem Ton. Die ersten Bilder dort haben eine Direktheit, die ich in den anderen Sets so nicht hatte: klarer Blick in die Kamera, ruhige Hände, das Wasser und die Hügel breit dahinter. Der See spiegelt das Licht zurück, der Hintergrund atmet.

Der stärkste Moment kam im Waldweg. Die Bäume formen dort einen natürlichen Tunnel, und durch das Blätterdach brachen zu diesem Zeitpunkt die letzten Sonnenstrahlen schräg von oben herunter — mit den gelb-orangenen Bokeh-Punkten reifender Früchte im Hintergrund, die dem Bild diese fast unwirkliche Wärme geben. Diana in diesem Licht, Augen geschlossen, Hand am Hals, das Kleid weich in der Abendsonne — das ist für mich das persönliche Highlight der gesamten Session.

Kein Kunstlicht. Kein Setup. Nur der richtige Moment am richtigen Ort.

Was bleibt, wenn der Nachmittag vorbei ist

Eine Location. Drei Outfits. Drei komplett verschiedene Bildsprachen.

Was mich im Nachhinein am meisten überrascht hat: wie viel der Ausee hergegeben hat, obwohl — oder vielleicht gerade weil — er so unspektakulär wirkt. Seeufer, Kiefernwald, sandige Lichtung, Baumtunnel — das sind keine Instagram-Spots. Das sind einfach gute Lichtsituationen in einer Landschaft, die Ruhe hat. Man muss sie nur lesen können.

Das Gegenlicht am späten Nachmittag war der entscheidende Faktor. Es hat alle drei Outfits verändert — den weißen Chiffonrock hat es zum Leuchten gebracht, die Denim-Weste hat dadurch ihren rohen Charakter erst richtig entfaltet, und das rosa Kleid ist darin in etwas fast Malerisches gekippt.

Diana bringt die Ruhe mit, die man für diese Lichtsituationen braucht. Und genau diese Kombination ist es, die aus einem entspannten Sommernachmittag eine Session macht, die sich hinterher größer anfühlt als der Plan.

Die Frage ist nie: Gibt die Location genug her? Die Frage ist immer: Was macht man aus dem, was da ist.

Dein eigenes Shooting

Wenn du dir vorstellst, wie dein eigenes Shooting aussehen könnte — schreib mir.

Keine perfekte Location nötig. Kein aufwändiges Styling-Konzept. Nur gutes Licht, ein Ort, der zu dir passt — und die Bereitschaft, dich auf eine Stimmung einzulassen. Ob klassisch, urban oder genau so natürlich wie dieses Shooting: Ich finde den Ansatz, der zu dir passt.

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Das Setup hinter den Bildern

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