Altstadt trifft Streetstyle — Portraitshooting mit Sophia in Regensburg

Manchmal braucht ein Shooting kein ausgeklügeltes Konzept. Manchmal reicht eine Stadt, die funktioniert — und Licht, das zur richtigen Zeit kommt.

Dieses Shooting mit Sophia (https://www.instagram.com/sophiadotzler/) fand im Sommer in der Regensburger Altstadt statt. Es war unser erstes gemeinsames, und genau das spürt man in den Bildern — aber auf die gute Art. Kein steifes Abarbeiten von Posen. Kein Druck, alles sofort perfekt zu machen. Stattdessen: ein langsames Reinkommen, von Location zu Location, von Stimmung zu Stimmung.

Die Idee war simpel: sommerliches Altstadtflair, cleaner Streetstyle, natürliches Licht. Was dabei herausgekommen ist, hat mehr Tiefe, als man dem Konzept vielleicht auf den ersten Blick zutrauen würde. Dafür hat Regensburg gesorgt — und das Abendlicht, das kurz vor Sonnenuntergang noch einmal alles verwandelt.

Wir haben uns durch vier sehr unterschiedliche Spots bewegt. Jeder davon hatte seinen eigenen Charakter. Jeder hat die Bilder anders beeinflusst.

Location 1 — Der alte Brunnen

Den Einstieg haben wir in der Nähe des Hauses der Bayerischen Geschichte gemacht — genauer gesagt in einer Nebengasse bei einem alten Steinbrunnen. Ein Spot, an dem man leicht vorbeigehen würde, der aber fotografisch eine Menge kann.

Der erste Look war klar: weißes Crop Top mit feinen Schmuckträgern, schwarze Lederleggins, CK-Gürtel, weiße Plateau-Sneaker, Gold-Accessoires. Ein Outfit, das für sich steht — clean, modern, urban. Und genau dieser Kontrast zur historischen Umgebung hat es interessant gemacht.

Wir haben viel mit der Skulptur des Brunnens gearbeitet. Sophia saß, lehnte, spielte mit dem Bildausschnitt. Das Licht war zu diesem Zeitpunkt noch relativ gleichmäßig — weich, diffus, gut für nahbare Portraits. Die ersten Bilder der Serie sind deshalb eher ruhig und direkt: Blick in die Kamera, klare Bildsprache, wenig Ablenkung.

Was mir an dieser Phase besonders gefällt: Es sieht nicht nach typischem Touristenfoto aus. Die Altstadt ist erkennbar, aber die Bildsprache bleibt editorial. Das Kopfsteinpflaster, die hellen Fassaden im Hintergrund, der verwitterte Stein des Brunnens — alles gibt Kontext, ohne sich aufzudrängen.

Später haben wir den Look aufgebrochen. Stehende Motive vor dem Brunnen, dann weitere Schritte in Richtung der historischen Kirchenfassade nebenan. Sophia wurde freier, die Posen natürlicher. Das erkennst du besonders bei den Bildern, auf denen das Lächeln einfach passiert ist — nicht inszeniert, sondern echt.

Der spannendste Moment kam mit dem Haar-Wurf auf dem Brunnen: Sophia dreht sich, das Haar fliegt, die Stadt im Hintergrund verschwimmt. Ein Bild, das Bewegung und Leichtigkeit zeigt. Genau das, was einem ersten Shooting manchmal erst zum Ende hin gelingt.

Location 2 — Die engen Gassen der östlichen Altstadt

Von dort aus sind wir in den östlichen Teil der Altstadt gewechselt — in die engen Gassen mit den charakteristischen Holzläden an den Fenstern, dem Kopfsteinpflaster und den warmen Putzfassaden, die in der Abendsonne fast zu leuchten beginnen.

Diese Gassen haben eine andere Energie als der offene Platz davor. Enger, ruhiger, mediterraner. Man könnte vergessen, dass man in Regensburg ist.

Sophia hatte noch denselben Look an. Aber die Umgebung hat alles verändert. Was am Brunnen urban und clean wirkte, bekam hier etwas Warmes, fast Filmisches. Besonders die Motive, bei denen sie in der Gasse steht und der Blick durch die Tiefe des Wegs führt, zeigen das sehr gut: Die Fassaden laufen zusammen, das Licht fällt seitlich ein, und Sophia steht mittendrin — ruhig, selbstbewusst, präsent.

Wir haben in dieser Location viel mit verschiedenen Posen gearbeitet. Stehend, an die Hauswand gelehnt, sitzend auf dem Pflaster. Die sitzende Pose auf dem Boden war einer der ungeplanten Momente dieses Shootings — und gehört zu meinen Lieblingsbildern der Serie. Entspannt, direkt, nahbar. Ohne Konstruktion.

Auch hier war das Licht noch angenehm weich — die Sonne stand noch nicht tief genug, um starke Schatten zu werfen. Genau die richtige Voraussetzung für diese Art von Portraits.

Location 3 — Die Brücke im Villapark mit Blick auf die Donau

Der dritte Spot war ein kompletter Wechsel — in Stimmung, Look und Licht.

Sophia hat das Outfit gewechselt: schwarzes Bodycon-Kleid mit Cold-Shoulder-Ausschnitt, weiße Plateau-Sneaker, feines Collier. Ein eleganterer, femininerer Look — und gleichzeitig durch die Sneaker entspannt genug, um nicht overdressed zu wirken.

Der Spot selbst: eine Brücke im Villapark, mit Blick auf die Donau und die historischen Gebäude am gegenüberliegenden Ufer. Der Charme dieses Ortes liegt im Kontrast — mittelalterliche Wehrtürme im Hintergrund, Fluss, offener Himmel, und ein Look, der irgendwo zwischen Dinner-Date und Spaziergang pendelt.

Das Licht war zu diesem Zeitpunkt bereits tiefer und wärmer. Die Sonne kam von der Seite, legte einen goldenen Rand auf das Haar, ließ die Haut warm wirken und tauchte die Brückenbrüstung in ein weiches Leuchten. Kein Setup. Kein Reflektor. Nur das richtige Timing.

Was mir an dieser Location besonders gut gefällt: Sie zeigt, dass Regensburg weit mehr kann als mittelalterliche Altstadtromantik. Der Blick auf den Fluss, die offene Luft, das Licht — das hätte auch in Prag oder Budapest sein können. Die Bilder haben eine gewisse Reisefotografie-Qualität, ohne dass wir weit gefahren wären.

Besonders stark sind die Rücken-Portraits: Sophia dreht sich über die Schulter, der Fluss liegt im Hintergrund, das schwarze Kleid zeigt den eleganten Rückenausschnitt. Ein Motiv, das in einer Serie sofort auffällt.


Location 4 — Die Donaupromenade am Haus der Bayerischen Geschichte

Zurück zum Ausgangspunkt — aber in einer komplett anderen Version.

Sophia hatte wieder das Outfit gewechselt: schwarzes Off-Shoulder-Rippenshirt, beigefarbene High-Waist-Hose, schwarze Stilettos, Tommy-Hilfiger-Gürtel, Flower-Collier. Ein Look, der deutlich eleganter und erwachsener ist als das erste Outfit — und der perfekt zur letzten Licht-Stimmung des Abends gepasst hat.

Die Donaupromenade direkt am Haus der Bayerischen Geschichte bietet einen modernen, großzügigen Platz mit Sitzstufen aus Naturstein und Blick auf die Donau. Kein historisches Kopfsteinpflaster mehr — hier sind die Linien klar, die Flächen groß, der Himmel offen.

Das war genau das richtige Setting für dieses Outfit. Sophia auf der Steinmauer sitzend, die Sonne kurz vor dem Untergang direkt hinter ihr — das Licht war in diesen Minuten außergewöhnlich. Warme Töne, lange Schatten, ein Himmel, der von Hellblau ins Gold überging.

Einige dieser Bilder gehören für mich zu den stärksten der ganzen Serie: das Weitwinkel-Motiv mit der Sonne im Bildhintergrund, die Sonnenuntergangs-Silhouette, die ruhigen Sitz-Portraits mit dem modernen Gebäudeblock dahinter. Der Kontrast zwischen der historischen Altstadt, die wir gerade verlassen hatten, und dieser modernen Uferpromenade gibt der Serie einen guten Abschluss — von alt nach neu, von weich nach klar.

Location 5 — Die Fassade des Hauses der Bayerischen Geschichte

Den Abschluss haben wir direkt an der Fassade des Museums gemacht — und es war der vielleicht stärkste Spot des ganzen Abends.

Die Fassade des Hauses der Bayerischen Geschichte ist eine der ungewöhnlichsten Architekturen in Regensburg: vertikale Stahllamellen, geometrisch und modern, die in der Abendsonne zu glühen beginnen. Das warme Licht fällt durch die Lamellen, wirft Streifen auf den Boden, reflektiert golden an den Metallprofilen. Ein natürliches Licht-Setup, das kein Studio der Welt nachbauen könnte.

Sophia stand, lehnte, posierte an dieser Fassade — und das Licht hat alles mitgemacht. Die goldenen Reflexe in den Haaren, der warme Hautton, der geometrische Hintergrund, der die cleane Bildsprache des Outfits perfekt gespiegelt hat. Off-Shoulder, beige Hose, Stilettos, Sonnenuntergang.

Was hier entstanden ist, wirkt fast wie ein Fashion-Editorial. Nicht weil wir besonders viel geplant hätten — sondern weil Location, Licht und Styling an diesem Abend zusammengekommen sind. Das ist der Moment, den man bei einem Outdoor-Shooting sucht und für den man manchmal lange warten muss.

Manchmal muss man auch einfach bis zum Ende bleiben.

Was dieses Shooting für mich ausmacht

Was ich an dieser Serie so mag: Sie erzählt etwas über Regensburg, ohne es zu dokumentieren.

Man sieht nicht die üblichen Postkartenmotive — keinen Dom, keine Steinerne Brücke, keine Altstadt-Ansicht aus der Vogelperspektive. Man sieht die Stadt von innen: ihre Gassen, ihr Licht, ihre Materialien, ihren Rhythmus.

Und man sieht, wie ein erster gemeinsamer Shooting-Abend sich entwickelt. Die ersten Bilder sind ruhiger, fokussierter. Die späteren freier, selbstbewusster. Das ist kein Zufall — das ist der gemeinsame Rhythmus, den man finden muss.

Drei Outfits, vier Locations, ein Abend. Das war genug.

Ein Portrait-Shooting anfragen — Regensburg & Oberpfalz

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Keine perfekte Location nötig. Kein aufwändiges Styling-Konzept. Nur ein Ort, der zu dir passt, und die Bereitschaft, dich auf eine Stimmung einzulassen. Ob clean und urban, elegant oder entspannt: Ich finde den Ansatz, der zu dir passt.

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Der Look in der Nachbearbeitung — Presets

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Gerade bei diesem Shooting war mir wichtig, die warmen Goldtöne des Abendlichts zu erhalten und die Hauttöne trotzdem clean zu halten. Die Bilder sollten warm und filmisch bleiben, aber nicht übertrieben bearbeitet aussehen.

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