Urbanes Portraitshooting mit Caro – Behind the Scenes
Eine Unterführung. Beton, Fliesen, Graffiti.
Genau solche Orte gehören zu meinen liebsten Locations für urbane Portraits — weil sie auf den ersten Blick wenig versprechen und fotografisch fast immer mehr liefern als erwartet.
Warum urbane Spots so viel Potenzial haben
Was mich an Unterführungen und ähnlichen urbanen Spots fasziniert, ist der Mix aus roher Struktur und Charakter. Beton, klare Linien, Farbflächen — der Ort liefert eine starke Basis, ohne dass man groß inszenieren muss. Man muss ihn nur lesen können.
Bei diesem Shooting mit Caro (https://www.instagram.com/caroem.die/) haben wir genau das versucht: drei unterschiedliche Outfits, kleine Positionswechsel innerhalb derselben Location, bewusstes Arbeiten mit dem vorhandenen Licht. Kein künstliches Setup, keine Reflektoren — nur Available Light und die Frage, wie viel man aus einem einzigen Spot herausholen kann.
Die Antwort: ziemlich viel.
Outfit 1 — Roh, dunkel, urban
Für den Einstieg wollten wir direkt eine klare Richtung setzen.
Das schwarze Kleid und die hohen Stiefel haben sofort mit der Unterführung harmoniert. Wenn Outfit und Location direkt zusammenpassen, kommt man schneller in den Flow — und das hilft auch dem Model, die richtige Energie von Anfang an aufzubauen.
Zum Start haben wir bewusst einfach begonnen: Ganzkörperaufnahmen, ruhige Haltung, sauber reinkommen. Nicht zu viel auf einmal. So lässt sich Körpersprache, Ausdruck und Haltung aufbauen, bevor es weiter ins Detail geht.
Danach sind wir Stück für Stück näher an die Wand und an die Pfeiler gegangen. Sobald ein Model eine Fläche zur Orientierung hat, wirken Posen stabiler und kontrollierter — die Bildwirkung verändert sich schnell, ohne dass man viel neu aufbauen muss. Caro bringt in diesem Look viel Präsenz mit, das hat hier sehr gut funktioniert.
Stark war außerdem der Kontrast zwischen dem dunklen Styling und den farbigen Wänden. Das Outfit bleibt im Fokus, während der Hintergrund genug Energie liefert, damit die Bilder nicht flach wirken. Für mich ist das bei urbanen Portraits immer der entscheidende Punkt: Der Hintergrund darf Charakter haben — aber nicht dominieren.
Aus guten Grundposen haben wir dann kleine Variationen entwickelt. Mal direkter in die Kamera, mal mehr Spannung über die Schulter, mal ruhiger, mal etwas mehr Gewicht auf ein Bein. Eine starke Serie entsteht meistens, wenn man eine gute Pose gezielt weiterentwickelt — nicht jedes Mal neu startet.
Später kamen tiefere Perspektiven und Posen näher am Boden dazu — das macht das Ganze markanter und direkter, ohne die Linie des Looks zu verlieren.
Outfit 2 — Cleaner, modischer, editorial
Beim zweiten Outfit wollten wir die Bildsprache nicht komplett ändern, den Look aber klar weiterentwickeln.
Das erste Set war roh und düster. Jetzt sollte es modischer werden. Immer noch urban, immer noch schwarz — aber cleaner, stylischer, stärker in Richtung Fashion. Deshalb haben wir auch innerhalb der Location den Bereich gewechselt.
Zuerst wieder nah an die Wand. Das funktioniert bei diesem Look sehr gut, weil man schnell kompakte, kontrollierte Posen bekommt — die Wand gibt Orientierung und bringt sofort mehr Spannung ins Bild.
Besonders spannend war das Zusammenspiel aus Outfit und Hintergrund. Die Graffiti sind bunt und präsent, aber das Styling ist so reduziert und dunkel, dass der Fokus klar auf Caro bleibt. Genau das ist bei urbanen Portraits oft der Punkt, an dem es visuell richtig gut zusammenkommt.
Danach sind wir zum Geländer und in den Treppenbereich gewechselt. Ein paar Meter weiter — und der Spot wirkt fast komplett anders. Am Geländer wird das Bild grafischer: mehr Linien, mehr Tiefe, mehr Struktur in der Komposition. Gleichzeitig haben Hände und Arme direkt eine Aufgabe, was Posen oft natürlicher wirken lässt.
Anschließend sind wir hoch in den überdachten Außenbereich gegangen und haben dort bewusst das Licht von draußen genutzt. Unten in der Unterführung wirkt das Licht dichter und cineastischer. Oben wird es weicher, neutraler, cleaner — und damit kippt der Look deutlich in eine modischere Richtung. Deshalb hat dieser Bereich so gut zum zweiten Outfit gepasst.
Was man den Bildern kaum ansieht: Das war ein Wintertag bei Minusgraden. Caro hat das wirklich stark durchgezogen — die Konzentration und Haltung, die sie trotz der Kälte gehalten hat, sieht man den Bildern nicht an. Aber es steckt drin. Bei solchen Bedingungen merkt man schnell, wie sehr Kälte Körperspannung und Ausdruck beeinflusst — deshalb war es wichtig, effizient zu arbeiten und Entscheidungen schnell zu treffen.
Alles fotografiert mit der Sony a7III — kein Kunstlicht, nur Glas und das, was die Location hergibt.
Oben im Außenbereich hat mir außerdem die klare Linienführung sehr gefallen. Fenster, Überdachung und Geländer geben dem Bild eine saubere Struktur. Der Hintergrund wirkt ruhiger, der Look bekommt etwas Editoriales — ohne den urbanen Charakter zu verlieren.
Für mich war Outfit 2 der stärkste Teil des Shootings. Locationwechsel, Tageslicht, modischere Richtung — hier kommt am meisten Dynamik rein.
Outfit 3 — Hell, reduziert, zugänglich
Für das letzte Outfit sind wir nochmal zurück in die Unterführung gegangen — diesmal aber mit einem Look, der sich deutlich von den Sets davor absetzt.
Nach den dunklen, edgy Outfits wollten wir zum Abschluss etwas Helleres und Reduzierteres einbauen. Das weiße Shirt und die helle Jeans verändern die Wirkung sofort. Es bleibt urban — aber der Look wird cleaner, leichter, viel zugänglicher. Das gibt dem Shooting zum Ende eine ganz andere Balance.
Gerade das finde ich bei solchen Sessions spannend: An derselben Location lassen sich völlig unterschiedliche Bildwelten erzeugen, wenn man Styling, Haltung und Bildaufbau verändert. Das zeigt, wie viel Potenzial oft schon in einem einzigen Spot steckt.
Zum Einstieg wieder ruhige, einfache Posen. Bei einem Look wie diesem muss man nicht viel überinszenieren. Oft reicht ein klarer Stand, eine Hand in der Tasche, ein direkter Blick oder eine kleine Bewegung über Haare und Schultern.
Dann wieder näher an Wand und Pfeiler — das gibt Orientierung, stabilisiert die Pose und bringt die urbane Struktur zurück ins Bild, die das ganze Shooting zusammenhält.
Sehr stark war hier der Kontrast zwischen dem hellen Outfit und den farbigen Graffiti. Caro hebt sich sofort vom Hintergrund ab, ohne dass das Bild unruhig wird. Die Farben bleiben präsent, aber das Set wirkt deutlich leichter als die Looks davor.
Auch hier haben wir viel mit kleinen Variationen gearbeitet: mal direkter zur Kamera, mal ruhiger im Ausdruck, mal mit einer Hand im Haar, mal leicht an den Pfeiler gelehnt. Gerade bei reduzierten Looks funktioniert das oft besser, als ständig neue Posen aufzubauen.
Was diese Session zusammenhält
Eine Location. Drei Outfits. Eine durchgehende Bildsprache.
Was mir an solchen Shootings besonders gefällt: Obwohl wir die ganze Zeit an derselben Unterführung gearbeitet haben, sieht kein Set aus wie das andere. Die Kombination aus Locationwechsel innerhalb des Spots, unterschiedlichem Styling und bewusstem Umgang mit dem vorhandenen Licht sorgt dafür, dass die Serie am Ende nicht nur konsistent, sondern auch abwechslungsreich bleibt.
Bei Available-Light-Shootings sind es oft nicht die großen Setups, die den Unterschied machen. Es sind die kleinen Entscheidungen — ein Schritt näher an die Wand, ein Wechsel in den Außenbereich, eine Perspektive tiefer.
Die Frage ist nie: Gibt die Location genug her? Die Frage ist: Was macht man aus dem, was da ist.
Das gilt übrigens für fast jede Location — und für fast jeden Look.
Das Shooting als Video
Wer noch tiefer in die Session eintauchen will — der vollständige Behind-the-Scenes-Dreh zu diesem Shooting ist auf YouTube. Im Video sieht man den Ablauf direkt: wie die Posen entstehen, wie der Locationwechsel innerhalb der Unterführung funktioniert und wie sich die Bildwirkung mit jedem Outfit verändert.→ Zum Video auf YouTube
Ein Portrait-Shooting anfragen — Oberpfalz, Schwandorf, Regensburg
Wenn du dir vorstellst, wie dein eigenes Shooting aussehen könnte — schreib mir.
Keine perfekte Location nötig. Kein aufwändiges Styling-Konzept. Nur gutes Licht, ein Ort, der zu dir passt — und die Bereitschaft, dich auf eine Stimmung einzulassen.
Direkt per DM oder über meine Website: www.florian-hauser-photography.de
Der Look in der Nachbearbeitung — Presets
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Die Stimmung dieser Bilder entsteht nicht nur beim Shooting selbst — sondern auch in der Nachbearbeitung. Für meinen Editing-Workflow nutze ich die Presets von The Classic Presets. Sie ahmen die Ästhetik von altem Film nach und kommen bei natürlichem Licht in der Portraitfotografie voll zur Geltung — das Finish, das ich bei urbanen Shootings wie diesem suche, lässt sich damit sehr schnell, unkompliziert und konsistent erreichen.
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Mein Setup für dieses Shooting
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