Steinberger See — Frühsommer. Available Light. Drei Outfits. Ein See, der sich nicht wiederholt.
Es gibt Shootings, bei denen man danach weiß: Das war kein Zufall. Der Steinberger See bei Schwandorf ist so eine Location — und Tina ist so ein Model. Tina (Instagram: @tina.modelpage) ist das, was man als Fotografen wirklich selten trifft: jemand, der alles mitbringt, bevor der erste Auslöser fällt. Styling, Posing, Organisation — alles sitzt. Kein Herumkorrigieren, kein langes Aufwärmen. Man fängt an und es läuft. Das ist damals unser erstes Shooting zusammen gewesen — inzwischen haben wir mehrfach zusammengearbeitet, und jedes Mal kommen Bilder raus, die ich im Nachhinein zum Teil zu meinen stärksten zähle.
Der Steinberger See ist eine dieser Locations, die man auf den ersten Blick unterschätzt. Kein Glamour, und kein offensichtlicher Wow-Faktor. Aber der See hat genau das, was Outdoor-Portraits brauchen: Wasser als natürlicher Reflektor, weiches Licht auch im Hochsommer, und eine Vielfalt an Spots auf engem Raum. Wir haben vier komplett verschiedene Locations genutzt — alle fußläufig. Weites Feld mit gelben Blumen. Seeufer mit altem Holzsteg und Booten. Birken am Ufer. Und zum Abschluss eine Wiese mit hohem Gras am Ufer des gegenüberliegenden Knappensees.
Drei Outfits, vier Spots, ein Frühsommer-Abend. Hier ist, was dabei entstanden ist — und was dahintersteckt.
Warum der Steinberger See fast immer funktioniert
Es gibt Locations, die haben zu jeder Jahreszeit ihren Moment. Der Steinberger See bei Schwandorf ist so eine — aber im Frühsommer kommt er am stärksten.
Das Licht ist dann noch nicht gnadenlos hart. Die Vegetation ist auf dem Höhepunkt — das Feld leuchtet mit den gelben Wildblumen, das Schilf am Ufer steht hoch, die Birken haben ihre vollste Krone. Gleichzeitig gibt es am späten Nachmittag eine Goldstunde, die auf dem offenen Wiesengelände in Richtung Knappensee so wirkt, als hätte jemand einen Diffusor über den Himmel gezogen. Warm, satt, ohne hart zu sein.
Was diese Location zusätzlich besonders macht, ist ihre Kompaktheit. Auf relativ engem Raum wechseln sich vier komplett verschiedene Spots ab: das weite Blumenfeld, der alte Holzsteg am Seeufer, die Birkengruppe am Uferrand, die Wiesenlandschaft am Knappensee. Vier völlig verschiedene Bildwelten — und man läuft keine zehn Minuten zwischen ihnen.
Für ein Shooting wie dieses bedeutet das: Man kann in einem einzigen Abend eine vollständige, sich nicht wiederholende Serie aufbauen. Ohne Ortswesel, ohne Zeitverlust, ohne Kompromisse beim Licht.
Outfit 1 — Schwarzes Crop-Top, Destroyed Jeans, gelbes Blumenfeld
Den Einstieg haben wir auf dem Feld gemacht — und das war eine bewusste Entscheidung.
Das weite Blumenfeld mit den leuchtend gelben Wildblumen liefert sofort eine starke visuelle Struktur. Keine Ablenkung, kein kompliziertes Licht — nur Farbe, Tiefe und ein Hintergrund, der Tina klar in den Vordergrund stellt. Schwarzes Bandeau-Crop-Top, hellblaue Destroyed-Jeans (High-Waist), schwarze Vans, schwarzer Fedora-Hut. Das Styling trifft exakt den Ton, den diese Location braucht: lässig, aber präzise. Nichts ist zufällig, auch wenn alles so aussieht.
Der Fedora ist dabei mehr als ein Accessoire. Er gibt den Arms-above-head-Posen eine Aufgabe und schafft klare Linien im oberen Bildbereich — wichtig, wenn der Himmel bewölkt und damit strukturlos ist. Tina hat das instinktiv genutzt: Jede Variante dieser Pose — mal beide Hände am Hut, mal nur eine, mal Blick zur Kamera, mal weggeschaut — hat sofort funktioniert.
Das Licht war zu diesem Zeitpunkt noch diffus, die Sonne hinter Wolken. Das kommt dieser Art von Shooting entgegen: keine harten Schatten im Gesicht, gleichmäßige Ausleuchtung, satte Farben im Hintergrund. Die gelben Blumen strahlen auch ohne direktes Sonnenlicht.
Was mich an diesem Set besonders beeindruckt hat: das kniende Bild. Tina sitzt mitten im Blumenfeld, die gelben Blüten bis fast zur Hüfte — und das Bild kippt von Portrait in etwas, das sich eher nach editorialem Moment anfühlt. Das passiert selten ohne viel Planung. Hier war es natürlich.
Outfit 2 — Blaues Sommerkleid, Strohhut, Seeufer
Outfit-Wechsel — und damit ein kompletter Stimmungswechsel.
Das blaue Sommerkleid mit Blumenmuster, Rüschenträgern und tiefem Rückenausschnitt ist für diesen Spot wie gemacht: Der See als Hintergrund, das Schilf links als Rahmung, der alte Holzsteg als Bühne. Das Kleid nimmt die Blautöne des Wassers auf, ohne mit ihnen zu verschmelzen — der Kontrast zwischen Tinas kupferfarbenem Haar und dem gedämpften Blau des Kleides zieht sich durch jedes Bild dieses Sets wie ein roter Faden.
Wir haben uns für diesen Spot Zeit genommen. Erst am Steg — der Holzsteg ist ein echter Schatz: verwittert, mit Charakter, und er hebt Tina buchstäblich über den Wasserspiegel. Das Ganzkörperbild von dort aus, mit dem spiegelglatten See dahinter und dem blauen Himmel mit Wattewolken darüber, ist für mich eines der stärksten des gesamten Shootings. Komposition, Licht, Styling — alles fügt sich hier zusammen.
Danach sind wir zu den Booten gewechselt. Die alten Segelboote am Ufer sind kein klassischer Foto-Spot — kein Setup, keine Inszenierung. Aber genau das macht die Bilder interessant. Das warme Abendlicht, das seitlich einfällt und Tinas Haar zum Leuchten bringt, kombiniert mit den Booten im unscharfen Hintergrund: das wirkt wie ein zufällig eingefangener Moment, auch wenn es das natürlich nicht ist.
Ein wichtiges Detail zu diesem Outfit: Der tiefe Rückenausschnitt des Kleides ist im Profil eine eigene Bildaussage. Die Bilder, bei denen Tina über die Schulter schaut — mit dem freien Rücken und dem Licht dahinter — gehören zu meinen persönlichen Favoriten aus diesem Shooting.
Birken am Ufer — zweite Sub-Location
Noch am gleichen Abend, noch im gleichen Outfit: Birken am Uferrand.
Die Birken liefern eine natürliche Rahmung — ähnlich wie eine Allee, aber organischer. Die weißen Stämme links und rechts sind kompositorisch sehr dankbar: Sie geben dem Bild Tiefe, ohne zu dominieren. Das warme Abendlicht fällt schräg durch das Laub und trifft Tinas Haar auf eine Weise, die kein künstliches Licht replizieren könnte.
Hier hat sie auch den Hut abgenommen — in der Hand getragen statt auf dem Kopf. Ein kleines Detail, das die Dynamik des Bildes komplett verändert. Das Ganzkörperbild von hinten, Blick über die Schulter, Hut locker in der Hand, mit dem schräg stehenden Birkenstamm dahinter: das ist das Bild, das ich immer meine, wenn ich sage, dass gute Portraits nicht geplant werden. Man muss einfach bereit sein, wenn der Moment kommt.
Outfit 3 — Mintgrünes Kleid, Goldstunde, Knappensee-Wiese
Das dritte Set hat für mich die stärkste Stimmung — und das lag vor allem an der Kombination aus Location, Outfit und Licht zur richtigen Zeit.
Die Wiese am Ufer des Knappensees ist im Frühsommer ein eigenes kleines Universum. Hohes Gras, weite Sicht, und je nach Tageszeit und Bewölkung kann das Licht dort in wenigen Minuten komplett kippen — von warmem, goldenem Direktlicht zu kühlerem, diffusem Abendhimmel. Genau diesen Übergang haben wir genutzt.
Das mintgrüne Wickelkleid aus fließendem Stoff hat sich nahtlos in diese Stimmung eingefügt. Kein knalliger Farbakzent — stattdessen ein Ton, der die Erdfarben der Umgebung aufnimmt und trotzdem klar heraussticht. Besonders in den Gegenlicht-Aufnahmen: Die Sonne direkt hinter Tina, der Hut leicht durchleuchtet, das Kleid transparent in den Falten — das ist die Art von Licht, für das man Abendshootings macht.
Die Bilder mit den Händen als Sonnenblende sind ein gutes Beispiel dafür, wie Improvisation zu stärkeren Bildern führen kann als geplante Posen. Das Licht war so direkt und intensiv, dass Tina instinktiv die Hände gehoben hat — und das Ergebnis ist genau das, was man nicht einfach anweisen kann: einen echten Moment, der gleichzeitig ästhetisch stark ist.
Das Profil-Bild mit dem Gegenlicht — mintgrünes Kleid, leuchtendes Haar, seitlich einfallendes Sonnenlicht — ist für mich das Cover-Bild dieses Shootings. Wenn ich eines Bild herausnehmen müsste, das zeigt, was Available-Light-Fotografie kann: es wäre dieses.
Was dieses Shooting zusammenhält
Eine Location. Drei Outfits. Vier Spots. Ein Abend.
Der Steinberger See hat in dieser Session gezeigt, was kompakte Locations mit echtem Charakter leisten können: Man bleibt nah zusammen, spart Zeit für Wege — und kann trotzdem ein Shooting aufbauen, das sich nicht wiederholt. Das Blumenfeld, der Steg, die Boote, die Birken, die Wiese am Knappensee: Jeder Spot hat seine eigene Energie, seine eigene Lichtstimmung, seine eigene Kompositionslogik.
Tina hat alle drei Looks mit einer Professionalität und Natürlichkeit umgesetzt, die das Arbeiten außergewöhnlich angenehm gemacht hat. Kein Outfit zu viel, kein Spot zu wenig. Kein Moment, in dem man als Fotograf erklären oder korrigieren musste — nur reagieren, auslösen, weitermachen.
Genau diese Kombination ist es, die am Ende eine Serie entstehen lässt, die mehr ist als die Summe ihrer Einzelbilder.
Die Frage ist nie: Gibt die Location genug her? Die Frage ist: Was macht man aus dem, was da ist.
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